Joachim_Ramisch_Ascona_2014_TitelIch habe nie verstanden, warum Automobile verschrottet werden, nur weil ihnen ein paar Gramm Metall durch Korrosion verloren gegangen, Kunststoffteile gebrochen oder aber Oberflächen stumpf geworden sind. Solche Alterungserscheinungen können für weitaus weniger Geld behoben werden, als die Anschaffung eines neuen Autos kostet.

Völlig absurd ist es in meinen Augen, wenn ein Auto ausschließlich deshalb abgestoßen wird, weil neue Modelle auf den Markt gekommen sind, die rasanter und schnittiger aussehen.

Als pervers habe ich es empfunden, als in der Folge der Finanzkrise des Jahres 2008 von staatlicher Seite eine Verschrottungsprämie ausgelobt wurde, die dazu führte, dass voll funktionstüchtige Autos abgewrackt wurden, um die Produktion neuer Autos anzukurbeln.

Wie sollte ich das irgendwann vor meinen Kindern und Enkeln rechtfertigen, wenn ich bei einem solchen Blödsinn mitmachen würde? Wo doch schon zu meiner Zeit die allgemeine Gewissheit bestand, dass der hemmungslose Verbrauch von Material und Energie ein Wirtschaftsmodell ohne Zukunft ist.

Wenn ein Auto verschrottet wird, dann geht der gesamte Energieeinsatz verloren, der zu seiner Produktion aufgewendet wurde. Auch ein großer Teil der dabei entstandenen Umweltbelastung entlang der Produktionskette vom Erzabbau bis hin zum Druck der Rechnung ist dann vergeblich geworden.

Es ist ganz klar: je länger ein Auto durch laufende Instandhaltung in Betrieb gehalten werden kann, desto material- und energieeffizienter wird es in der Gesamtbetrachtung. Diese einfache Überlegung gilt schließlich für alle Gegenstände, die uns umgeben, wieso sollte das Auto da eine Ausnahme sein?

Weshalb diese Erkenntnisse in unserer gesellschaftlichen und politischen Wirklichkeit offensichtlich ignoriert werden, braucht hier nicht ausgeführt zu werden. Es gibt dazu eine Überfülle von Expertenwissen auf allen Informationskanälen.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, dieses Zitat von Erich Kästner bestimmt mein Handeln. Mein Beruf als Antikorrosions-Aktivist hat mich erkennen lassen, was bei der Langzeit-Erhaltung von Automobilen möglich ist, nun will ich in der Fortführung des Ascona-Projektes versuchen zu ergründen, wie weit man dabei kommen kann.

Zum Schluss eine Bitte: Klicken Sie immer wieder einmal herein, schauen Sie, was es Neues bei Riesmetall zu erfahren gibt und schreiben Sie mir, was Sie davon halten.